Restaurant Lucas Maes, Puerto de la Cruz, La Orotava, Teneriffa

Durch eine Restaurantkritik aufmerksam geworden, besuchten wir heute das Restaurant Lucas Maes. Die Anfahrt ist etwas abenteuerlich. Die Zufahrt liegt genau in der Auffahrtsrampe zur Autobahn Richtung Icod vom Botanico(Puerto de la Cruz) kommend. Wenn Sie von der Autobahn kommen (Ausfahrt Martianez / Botanico von Puerto) müssen Sie erst bis zur Brücke vorm Botanico fahren, um wenden zu können.

Das Restaurant selber ist kitschig-nett. Man sitzt auf Imitat-Raubkatzenfell bezogenen Stühlen drinnen mit Asia Deko. Man kann bei gutem Wetter auch draußen auf Gartenstühlen sitzen.
Wir kamen um 19.30 Uhr und das Restaurant war noch leer. Uns wurde ein Tisch am Eingang zu gewiesen, es war der letzte freie, so der Kellner. (Als wir um 21.15 Uhr gingen, war immer noch ein schönerer frei, den wir auf Nachfrage nicht bekamen).

Der Service war durchgehend freundlich, langsam, unorganisiert und inkompetent. Nach dem wir saßen, wurde erst mal der Tisch eingedeckt. Auch danach dauerte es ewig, bis wir die Speisekarten bekamen. Die deutsche Karte ist lustig – „Teste Menü“ – und die Preise teilweise höher als in der spanischen oder englischen Karte. Keine Böswilligkeit, nur Schlamperei. Als wir bestellen wollten, war wieder niemand im leeren Restaurant zu sehen. Im Laufe des Abends füllte sich das Restaurant mit Deutschen und Spaniern.

Es gab sehr leckeres, frisches Brot, Butter und Käse, Tapinaden und anderes. Prima!

Wir bestellten ein Lachs-Sahsimi und drei mal das ausgebeinte T-bone Steak. Zwei Steaks 3/4, eins medium. Vor ab zwei Gläser Cava zu 3,50 Euro, die dann später mit 4 Euro berechnet wurden. Rotwein gibt es nicht glasweise. Das wusste der Kellner auch nicht. Der Kellner wusste sowieso nicht viel. Leider konnten wir auch nicht viel sprechen, weil mein spanisch nicht gut ist.

Vorab bekam wir als Gruß aus der Küche jeder ein Käsebällchen auf Zwiebelmarmelade. Das erinnerte daran, das der Küchenchef und Inhaber, der nicht anwesend war, ein Belgier ist. Originell.

Das Lachs Sashimi war weniger originell. Es war auch gar kein Sashimi. Es war stark mariniert und ungemein beherzt mit groben Salz gesalzen. Für meinen Geschmack deutlich übersalzen, man schmeckt kaum den Lachs durch Salz und Marinade. Die Aufmachung war wie ein Sashimi mit Gari und Wasabi, jedoch ohne Sojasosse. Auch Stäbchen wurden gereicht. Für Junior nicht, der bekam meine und ich bekam neue. Die Qualität des Lachses war okay, aber nicht berühmt. Hätten wir doch lieber den lokalen Thunfisch statt des TK-Lachses aus Norwegen genommen, nur davon wusste unser Kellner nichts. Das war ein leider am Thema komplett vorbei. Der später kommende Nebentisch bestellten diesen beim deutschen Maitre Sven.

Dann kam unser Fleisch. Alle drei Teller hatten die gleiche Garung, zwischen Medium und medium well. Das war okay, weil es gut schmeckte. Auch Junior war begeistert. Auch hier wurde nicht mit Salz gespart, es war aber nicht übersalzen. Zum Fleisch gab es Kartoffelpüree und Pilze. Der Gang war okay.

Eigentlich wollten wir noch ein Desert. Ich verlangte dreimal nach der Karte und nichts passierte. Dann verlangte ich nach der Rechnung stattdessen, die schnell kam. Zur Rechnung bekamen wir noch ein gesalzenes Schoko-Lollipop Eis.

Wir zahlten mit 1 Liter Wasser 93 Euro. Für Europa ist da  okay, für Teneriffa etwas teuer.

Fazit: Das Fleisch hat es rausgerissen. Wir werden noch einmal kommen und andere Sachen probieren. Die Köche können kochen, die Gerichte sind aber zu überfrachtet, zu unmodern. Der Service müsste besser trainiert werden und über die eigenen Produkte Bescheid wissen. Auch unschön, dass die Preise der Karte nicht berechnet werden. Und das Salzproblem war hoffentlich nur heute. Ansonsten ein Laden für Ziegen! Wir werden trotzdem wiederkommen.

Das Restaurant Lucas Maes hat jetzt auch eine etwas wirre Webseite: Restaurant Lucas Maes Tenerife

Erneuter Besuch Dezember 2012
Wieder begeisterte der Service wenig. Auch wenn diesmal Maitre Sven (deutsch) und die Chefin (englisch-sprachig) anwesend waren. Wenigstens klappte die Kommunikation. Wer es aber gern zackig und schnell haben möchte, sollte nicht am Wochenende kommen, wenn die Hütte voll ist.
Wir wählten das kleine Menü zu 29 Euro (zzgl. 7 % IGIC). Das ist enorm günstig, speziell wenn man es z.B. mit der Goldenen Gans vergleicht, die ähnliche Preise aufruft. Lucas Maes kann kochen. Das hat auch der Michelin festgestellt, der ihn erwähnt, aber keinen Stern gibt. Zwei Sterne gibt es nur im Süden. Wer gerne gut isst, sollte auf jeden Fall zu Lucas gehen! Tolle Qualität zum kleinen Preis.
Das kleine Menü bestand aus Käsebällchen – als Snack in der Karte beschrieben -, anschliessend ein ordentliches Carpaccio und als wahren Höhepunkt des Abends, Bäckchen vom iberischen Schwein in Rotweinsauce mit Kartoffelpüree und Edelpilzen. Das Hauptgericht war perfekt. Weniger schön war, dass wir immer 45 Minuten vor abgegessen Tellern saßen, ehe die abgeräumt wurden. Die Creme Brulee war gut, aber langweilig.

Leider war der Akku meines Telefons alle, so dass ich keine Fotos machen konnte.

Fotos können Sie im Gourmet Report sehen