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Flughafen Teneriffa Nord: Ausbau mit Auflagen und Konflikten

Binter Flugzeug

Die Umweltgenehmigung für den Plan Director des Flughafens Teneriffa Nord-Ciudad de La Laguna ist erteilt. Das ambitionierte Vorhaben sieht eine deutliche Steigerung der Passagierkapazität vor, stößt jedoch auf erhebliche Widerstände – insbesondere wegen der Lärmbelastung für die Anwohner und ungeklärter Konflikte mit der geplanten Nordbahn.

Lounge Teneriffa Flughafen Nord

Flughafen Teneriffa Nord

Die spanische Dirección General de Calidad y Evaluación Ambiental hat den Plan Director des Flughafens Teneriffa Nord (TFN) genehmigt. Die am 13. August 2026 im Boletín Oficial del Estado (BOE) veröffentlichte Entscheidung gibt den Weg frei für eine Reihe von Infrastrukturmaßnahmen, die den Flughafen für eine Zukunft mit bis zu 7,68 Millionen Passagieren pro Jahr rüsten sollen . Im Jahr 2024 wurden rund 6,76 Millionen Passagiere gezählt, 2025 waren es bereits 7,2 Millionen.

Die geplanten Maßnahmen: Kapazität und Modernisierung

Das Genehmigungsverfahren umfasst den vom Betreiber Aena vorgelegten Plan Director. Dieser sieht eine umfangreiche Modernisierung und Erweiterung der Infrastruktur vor, um den steigenden Passagierzahlen gerecht zu werden.

Kernpunkte des Ausbauplans

Kein grünes Licht für alle Pläne: Gewerbeflächen gestrichen

Die Umweltgenehmigung wurde nicht vorbehaltlos erteilt. Insbesondere zwei ursprünglich geplante Maßnahmen fanden keine Zustimmung und wurden aus dem Plan gestrichen:

  1. Keine neuen Gewerbeflächen: Die im ursprünglichen Plan vorgesehene Urbanisierung neuer Grundstücke für Geschäfte und kommerzielle Nutzung wurde fallen gelassen. Grund waren zahlreiche Einwände, die auf eine drohende Sättigung der Zufahrtsstraßen und eine Überlastung der Verkehrsknotenpunkte hinwiesen .
  2. Keine Änderung der Anflugbefeuerung: Auch die geplante Modifikation der Anfluglichter erhielt keine Genehmigung .

Hauptkonfliktpunkt: Lärmbelastung für Anwohner

Der wohl sensibelste Punkt des gesamten Projekts ist die zunehmende Lärmbelastung für die umliegenden Wohngebiete. Die Umweltverträglichkeitsprüfung bestätigt, dass die geplanten Erweiterungen zu einer deutlich größeren Flächenbelastung durch Fluglärm führen werden.

Ungeklärte Konflikte: Der Nordbahn-Tunnel

Ein weiteres, noch ungelöstes Problem ist die räumliche Kollision des geplanten unterirdischen Parkhauses am Flughafen mit dem Trassenverlauf des projektierten Tren del Norte (Nordbahn). Die unterste Ebene des Parkhauses würde in den geplanten Bauraum des Eisenbahntunnels hineinragen.

Die Umweltgenehmigung klärt diesen Konflikt nicht, sondern verweist auf die Notwendigkeit einer Koordination zwischen den verschiedenen Verwaltungen (Staat, Region, Inselrat), um beide Infrastrukturprojekte miteinander vereinbar zu machen.

Auswirkungen auf die Verkehrsinfrastruktur

Der geplante Ausbau des Flughafens findet in einem Spannungsfeld mit den bestehenden und geplanten Verkehrsprojekten der Insel statt :

Fazit: Ein Ausbau mit vielen Baustellen

Die Genehmigung des Plan Director ist ein wichtiger Schritt für die langfristige Entwicklung des Flughafens Teneriffa Nord. Sie ermöglicht Investitionen in die dringend benötigte Infrastruktur, um den wachsenden Passagierzahlen gerecht zu werden. Allerdings zeigt das Verfahren auch die komplexen Herausforderungen eines solchen Projekts: Die Lärmbelastung bleibt ein zentraler Konfliktpunkt mit der lokalen Bevölkerung, und die Koordination mit anderen Großprojekten wie der Nordbahn ist noch nicht gelöst. Die eigentlichen Bauarbeiten werden frühestens 2027 beginnen können, da zuvor noch die Projektplanung und weitere Genehmigungsverfahren anstehen .

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