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Crisis Habitacional auf Teneriffa – wenn die Trauminsel keinen Wohnraum mehr hat

Die Postkartenbilder stimmen noch: Sonne, Atlantik, milde Temperaturen. Aber hinter der Fassade steckt Teneriffa mitten in einer „crisis habitacional“, einer Wohnraumkrise, die längst nicht mehr nur sozial Schwächere betrifft, sondern breite Teile der Bevölkerung – und damit auch Auswanderer, Langzeitgäste und saisonale Arbeitskräfte.

Viviendas Vacacionales

Crisis habitacional

Explodierende Mieten und fehlender Wohnraum

Innerhalb von rund zehn Jahren haben sich die Mieten auf Teneriffa mehr als verdoppelt. Lag der durchschnittliche Mietpreis früher um die 450–500 Euro, wird inzwischen von durchschnittlich rund 1.000 Euro monatlich gesprochen. In vielen Gegenden des Südens (Adeje, Arona) und zunehmend auch im Großraum Santa Cruz/La Laguna sind 700–900 Euro für eine einfache Wohnung heute eher Untergrenze als Ausnahme.

Die Folgen:

Was viele Touristen nicht sehen: Hotels sind voll, aber ein Teil der Menschen, die diese Strukturen am Laufen halten, lebt in überteuerten WGs, in Ferienapartments „unter der Hand“ oder sogar in Fahrzeugen.

Ferienwohnungen als Brandbeschleuniger

Ein zentraler Faktor der Krise ist die Entwicklung der Viviendas Vacacionales – privat vermietete Ferienwohnungen.

Einige Kerndaten:

Die Konsequenz:

Die bevölkerungsreichsten Inseln, darunter Teneriffa, haben deshalb gemeinsam eine Moratoriums‑Forderung für Ferienwohnungen gestellt, also eine vorübergehende Pause bei neuen Lizenzen. Sie argumentieren, dass ohne Begrenzung der Viviendas Vacacionales keine Entspannung am Wohnungsmarkt möglich sei.


Was die Politik unternimmt – und was nicht

Mehr Kompetenzen, aber langsame Umsetzung

Die kanarische Regierung hat in den letzten Jahren mehrere Schritte unternommen, um auf die Wohnungsnot zu reagieren:

Auf Teneriffa hat das Cabildo angekündigt:

Kritik: Wohnungsdirektion gestrichen

Gleichzeitig sorgt die Inselpolitik für Irritation:

Die politische Gemengelage:

Ferienwohnung VV

Sozialdimension: Wer am stärksten betroffen ist

Die „crisis habitacional“ trifft verschiedene Gruppen besonders hart:

Hilfsorganisationen berichten von einem deutlichen Anstieg von Menschen, die im Auto leben, Sofas bei Bekannten wechseln oder in überbelegten Wohnungen unterkommen.

Was bedeutet das für Auswanderer und Langzeitgäste?

Für Leser:innen von teneriffa.ro, die mit dem Gedanken spielen, länger auf der Insel zu leben, sind einige Punkte zentral:

Gleichzeitig lohnt es sich, auf neue Projekte im sozialen Wohnungsbau zu achten – auch, weil sie mittelfristig das Angebot verbessern und Preissteigerungen etwas dämpfen könnten.

Ausblick: Kommt die Wende am Wohnungsmarkt?

Ob die „crisis habitacional“ auf Teneriffa mittelfristig entschärft wird, hängt von mehreren Faktoren ab:

Fest steht: Die Wohnungsfrage ist längst kein Randthema mehr, sondern einer der entscheidenden Faktoren für Lebensqualität, soziale Stabilität und die Zukunft des Tourismusmodells. Für Teneriffa – und für alle, die die Insel lieben – wird entscheidend sein, ob es gelingt, den Spagat zwischen attraktivem Reiseziel und lebenswerter Heimat zu schaffen.

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