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Die Herausforderungen für den neuen Strand Las Teresitas

Die geplante Verwandlung der berühmten Playa de Las Teresitas in einen urbanen Park mit Promenade und Gewerbebauten ist ein ehrgeiziges Projekt des Ayuntamiento von Santa Cruz de Tenerife. Doch wie die Kanaren-Zeitung El Día aktuell berichtet (28.04.2026), muss der Stadtrat vor Baubeginn eine Reihe von ernsthaften Hindernissen – sogenannte „escollos“ – aus dem Weg räumen. Verschiedene Behörden, darunter der Cabildo von Teneriffa und die Kanarische Regierung, haben umfangreiche Auflagen und Bedenken geäußert.

Las Teresitas – vom Flugzeug aus gesehen

Große Pläne, große Hürden: Die „Felsen“, die den neuen Strand von Las Teresitas bedrohen

1. Risiko von Steinschlägen an den Hängen

Eine der größten Sorgen betrifft die Sicherheit. Der Cabildo de Tenerife fordert eine detaillierte lokale Risikostudie bezüglich der Steinschlaggefahr an den umliegenden Hängen. Vor dem Hintergrund der „Phänomene der Hangdynamik“ soll genau untersucht werden, welche Bereiche besonders gefährdet sind und welche Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssen.

2. Geologische Interessen & die Forderung nach einem Archäologen

Ein besonders aufwändiger Punkt ist die Existenz von zwei geologischen Interessensgebieten in der Region: dem pleistozänen Paläontologie-Fundort von Las Teresitas und dem miozänen „Domo“ der Punta de los Órganos. Der Cabildo verlangt, diese Gebiete besser zu identifizieren und zu schützen.

Die strengste Auflage: Während der Bauarbeiten muss ein Archäologe mit paläontologischen Kenntnissen vor Ort sein. Sollte bei den Erdarbeiten die „alte, ursprüngliche Teresitas-Playas“ wieder zum Vorschein kommen, müssen die Arbeiten sofort gestoppt und die Behörden informiert werden.

3. Unbehandelte Abwässer: Gesundheitsrisiko

Der Kanarische Gesundheitsdienst (Servicio Canario de Salud) schlägt Alarm. Da das Gebiet über kein funktionierendes Abwassersystem verfügt – es existiert lediglich ein defizitäres Regenwassernetz mit Versickerungsschächten –, stellt die geplante kommerzielle Nutzung am Strandkopf ein erhebliches Risiko dar. Eine Zunahme von Abwässern könnte die Badegewässerqualität gefährden. Gefordert werden regelmäßige Inspektionen und Wasserproben auf fäkale Indikatoren.

4. Naturschutz & endemische Vegetation

Die kanarische Regierung macht deutlich, dass die geplanten Baumaßnahmen mit dem Schutz der endemischen Küstenvegetation kollidieren. Konkret geht es um den Lebensraum aus Tomillo marino (Meer-Thymian), Servilleta und Perejil de mar (Meer-Eppich). Zudem muss die Nähe zum wertvollen Sebadal (Seegraswiese) von San Andrés berücksichtigt werden. Der Stadtrat muss hierzu eine eigene Umweltverträglichkeitsstudie vorlegen.

5. Historisches Erbe: Bunker und Friedhof

Nicht zuletzt fordert der Cabildo den Schutz historischer Anlagen:

6. Verkehrsinfarkt und Tranvía-Trasse

Auch die Mobilitätsplanung ist ein Knackpunkt. Der Cabildo bezweifelt die Eignung der geplanten Streckenführung für die zukünftige Tram-Linie 3 (Tranvía). Eine enge Koordination mit dem Betreiber Metrotenerife wird gefordert, um das Gebiet verkehrstechnisch zu ordnen – sonst drohen massive Staus (atascos) in der gesamten Umgebung von San Andrés.

Fazit für Teneriffa-Besucher und Anwohner

Die Pläne für die „neue“ Playa de Las Teresitas sind ambitioniert, aber der Weg dorthin ist steinig. Interessierte und Anwohner müssen sich auf längere Planungsphasen und mögliche Verzögerungen einstellen. Es bleibt spannend, ob der Ayuntamiento von Santa Cruz de Tenerife alle Vorgaben erfüllen kann – von der Abwasserlösung über den Naturschutz bis hin zur Forderung nach einem Archäologen auf der Baustelle. Oder ob das – wie so oft – alles nur ein Träumchen bleibt.


Quelle: Basierend auf einem Bericht von El Día vom 28. April 2026.

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