Wer allein verreist, sucht oft eine besondere Balance: Rückzug in der Natur, Freiheit in der Planung, aber auch die Möglichkeit zu ungezwungenen Begegnungen. Die Kanareninsel La Palma, bekannt als „Isla Bonita“ und UNESCO-Biosphärenreservat, bietet genau dieses Zusammenspiel.
La Palma für Alleinreisende
Zwischen Lavagebirgen, uralten Lorbeerwäldern und einer Küste aus schwarzem Vulkansand finden Soloreisende Raum für individuelle Entdeckungen – und immer wieder Gelegenheiten für spontane Gespräche auf Wanderwegen, bei Sternenführungen oder auf den Märkten der historischen Ortskerne .
Die Insel im eigenen Tempo entdecken
Im Zentrum des Inselerlebnisses steht die Bewegung. Mehr als 1.000 Kilometer markierte Wanderwege durchziehen La Palma und führen durch eine der abwechslungsreichsten Landschaften des Archipels . Die gut ausgeschilderten Routen lassen sich in Etappen unterschiedlicher Länge und Schwierigkeit planen – ideal für Solowanderer, die ihr eigenes Tempo bestimmen möchten.
Nationalpark Caldera de Taburiente
Das Herzstück der Insel ist der Nationalpark Caldera de Taburiente, ein gewaltiger Erosionskrater mit etwa neun Kilometern Durchmesser und rund 1.500 Metern Tiefe . Umgeben von steilen Klippen und dichten Kanarischen Kiefernwäldern eröffnen sich hier Wanderwege zu versteckten Wasserfällen und Aussichtspunkten mit spektakulärem Panorama. Der Mirador de la Cumbrecita bietet einen atemberaubenden Blick in den Krater und ist auch mit kurzen Wegen erreichbar .
Ruta de los Volcanes – Wanderung durch eine Mondlandschaft
Zu den spektakulärsten Wanderwegen Spaniens zählt die Ruta de los Volcanes. Die etwa 17 Kilometer lange Strecke führt durch den Naturpark Cumbre Vieja im Süden der Insel – vorbei an Vulkankratern, Lavafeldern und schroffen Felsformationen . Die Route ist anspruchsvoll und erfordert gute Kondition, belohnt jedoch mit einer surrealen, nahezu außerirdischen Landschaft. Für Solowanderer bieten sich geführte Touren an, die auch den Transport organisieren .
Los Tilos – Urwälder und Wasserfälle
Im Nordosten der Insel, in der Gemeinde San Andrés y Sauces, liegt der Lorbeerwald von Los Tilos – ein Nebelwald, der an die Urwälder des Tertiärs erinnert. Moosbedeckte Bäume, Farne und gurgelnde Bäche prägen das Bild dieses UNESCO-geschützten Biosphärenreservats . Der kurze Rundweg PR LP7 führt zu einem Wasserfall und ist auch für weniger geübte Wanderer gut geeignet. In der Nähe befindet sich der ebenso lohnende Wanderweg El Cubo de La Galga durch eine verwunschene Schlucht .
Sternenbeobachtung – La Palmas nächtlicher Himmel
La Palma gilt als einer der besten Orte der Welt für die Sternenbeobachtung. Dank strenger Lichtschutzgesetze und geringer Luftverschmutzung wurde die Insel von der UNESCO als Starlight Reserve zertifiziert . Für Soloreisende ist die Teilnahme an einer geführten Sternenbeobachtung eine ideale Gelegenheit, in kleiner Gruppe Gleichgesinnte zu treffen.
Roque de los Muchachos – Observatorium und Panorama
Der höchste Punkt der Insel, der Roque de los Muchachos auf 2.426 Metern Höhe, beherbergt eines der bedeutendsten astrophysikalischen Observatorien der Welt. Hier steht unter anderem das Gran Telescopio Canarias mit einem Spiegeldurchmesser von 10,4 Metern . Tagsüber bietet der Aussichtspunkt einen atemberaubenden Blick auf die Caldera de Taburiente, die umliegenden Inseln Teneriffa, La Gomera und El Hierro sowie – bei entsprechender Wetterlage – ein Meer aus Wolken unterhalb des Gipfels .
Astronomische Aussichtspunkte
Neben dem Observatorium verfügt jede Gemeinde der Insel über mindestens einen offiziellen „astronomischen Aussichtspunkt“ (Mirador de las Estrellas). Diese Plätze sind bewusst abseits von Lichtquellen angelegt und mit Informationstafeln ausgestattet. Bekannte Beispiele sind der Mirador Llano de Jable in El Paso oder der Mirador Volcán de San Antonio in Fuencaliente .
Historische Städte und Inselalltag
Santa Cruz de La Palma
Die Inselhauptstadt Santa Cruz de La Palma besticht durch ihr gut erhaltenes historisches Stadtbild. Koloniale Fassaden, kunstvoll verzierte Holzbalkone und verwinkelte Gassen prägen das Bild. Die Stadt lädt zum Bummeln ein – vorbei an der Kirche El Salvador, dem Rathaus und dem Mercado Municipal, wo regionale Produkte angeboten werden . Alleinreisende finden hier zahlreiche Cafés und Restaurants mit Terrassen, die zum Verweilen und Beobachten einladen.
Los Llanos de Aridane
Im sonnigen Westen der Insel liegt Los Llanos de Aridane, das wirtschaftliche Zentrum La Palmas. Der Ort ist lebendig und authentisch, mit palmengesäumten Plätzen, farbenfrohen Fassaden und einem regen Marktleben. Von hier aus sind sowohl die Vulkanlandschaften im Süden als auch die Strände von Tazacorte und Puerto Naos gut erreichbar .
Küsten und Strände – Schwarzer Sand und natürliche Pools
Die Küste La Palmas ist geprägt von schwarzem Vulkansand und dramatischen Klippen. Zu den schönsten Stränden zählt die Playa de Nogales im Nordosten – ein abgelegener Strand mit dunklem Sand, eingerahmt von steilen Felsen . Für ein Bad in geschützterem Ambiente bieten sich die natürlichen Pools (Charco) an. Besonders bekannt ist der Charco Azul an der Nordostküste – ein von Lavagestein umgebenes Meerwasserbecken mit Umkleiden und kleiner Bar .
Im Westen liegt der Strand von Puerto Naos, der sich gut zum Sonnenbaden und Schwimmen eignet und über eine gute Infrastruktur verfügt .
Kulinarik – Lokale Spezialitäten entdecken
Die kanarische Küste ist bodenständig und herzhaft. Alleinreisende können in den zahlreichen Tascas und Restaurants die regionalen Spezialitäten probieren:
- Papas arrugadas – in Salzwasser gekochte, runzlige Kartoffeln mit Mojo-Saucen (grüne Mojo-Sauce aus Koriander oder rote aus Chili)
- Queso asado – gegrillter Ziegenkäse, serviert mit Mojo oder Honig
- Frischer Fisch – besonders die lokale Fischart Vieja oder Sardinen
- Malvasía-Wein – der süße, vulkanische Weißwein aus Fuencaliente
Im Süden der Insel, in Fuencaliente, laden die Bodegas zu Weinproben ein. Die Vulkanschenkungen in dunkler, mineralreicher Erde verleihen den Weinen einen unverwechselbaren Charakter .
Praktische Tipps für Soloreisende
Anreise und Mobilität: La Palma verfügt über einen eigenen Flughafen (SPC) mit Direktverbindungen aus Deutschland und anderen europäischen Ländern. Ein Mietwagen ist für die Erkundung der Insel empfehlenswert, da viele Wanderwege und Aussichtspunkte nur mit eigenem Fahrzeug erreichbar sind .
Beste Reisezeit: Besonders geeignet für Wanderungen sind die Monate März bis Juni sowie September bis November mit milden Temperaturen und geringerem Niederschlag .
Unterkünfte: Für Soloreisende bieten sich kleine Pensionen, familiengeführte Gästehäuser oder Ferienwohnungen an, die einen direkten Kontakt zu Gastgebern ermöglichen. Empfehlenswerte Standorte sind Santa Cruz de La Palma (für Kulturliebhaber), Los Llanos de Aridane (für Wanderer) oder Puntagorda (für Ruhesuchende) .
Packliste: Da die Temperaturen zwischen Küste und Bergregion um bis zu 15 Grad variieren können, ist mehrlagige Kleidung ratsam. Feste Wanderschuhe, Sonnenschutz, ein Reisetagebuch und ein aufgeladener Powerbank für längere Touren sind empfehlenswert .
Sicherheit: Die Insel gilt als sicher für Alleinreisende. Bei Wanderungen empfiehlt es sich, vorab den Wetterbericht zu prüfen und auf den markierten Wegen zu bleiben. In den Wintermonaten kann auf den Gipfelwegen Glatteisgefahr bestehen .
Fazit: Raum für den eigenen Rhythmus
La Palma bietet Soloreisenden eine seltene Kombination: die Freiheit, die Insel im eigenen Tempo zu erkunden, kombiniert mit einem Netzwerk an Begegnungsmöglichkeiten – sei es auf einer geführten Sternenwanderung, bei einer Weinprobe in einer Bodega oder beim Austausch mit Einheimischen auf einem Markt. Vulkanische Hänge, historische Städte und die offene Weite des Atlantiks liegen nur wenige Kilometer voneinander entfernt. Wer die „Isla Bonita“ solo bereist, findet vor allem eines: Raum für den eigenen Rhythmus in einer Landschaft, die ohne Inszenierung auskommt.
La Palma ist mit 708 Quadratkilometern Fläche und etwa 88.000 Einwohnern die fünftgrößte der Kanarischen Inseln . Seit 2002 ist die gesamte Insel als UNESCO-Biosphärenreservat anerkannt. Charakteristisch sind die ausgeprägte Topografie mit Höhen bis über 2.400 Metern, die vulkanischen Ursprungs ist, sowie die strikten Lichtschutzgesetze, die La Palma zu einem der weltweit bedeutendsten Zentren für Astrotourismus machen .
Anreise von Teneriffa nach La Palma: Fähre oder Flugzeug
Für Alleinreisende, die von Teneriffa aus nach La Palma weiterreisen möchten, stehen zwei praktische Optionen zur Verfügung: die Fähre oder das Flugzeug. Beide Verbindungen werden mehrmals täglich angeboten und sind gut auf die Bedürfnisse von Individualreisenden abgestimmt.
Mit der Fähre von Teneriffa nach La Palma
Die Fährverbindung ist die klassische Art des Inselhüpfens und bei Soloreisenden besonders beliebt, da sie Flexibilität bietet und das Reisen mit Gepäck oder einem Mietwagen ermöglicht, wenn die Mietwagenfirma das erlaubt!
Abfahrtshäfen auf Teneriffa:
Von Teneriffa aus verkehren Fähren nach La Palma von zwei verschiedenen Häfen:
| Hafen | Lage | Besonderheit |
|---|---|---|
| Los Cristianos | Süden Teneriffas | Hauptverbindung, nahe den Ferienregionen |
| Santa Cruz de Tenerife | Nordosten Teneriffas | Alternative Abfahrtsmöglichkeit |
Ankunftshafen auf La Palma:
Alle Fähren legen im Hafen von Santa Cruz de La Palma an, der Hauptstadt der Insel. Der Hafen liegt zentral und ist gut an das öffentliche Busnetz angebunden. Von hier aus erreichen Reisende alle Regionen der Insel .
Fährgesellschaften und Fahrzeiten:
Zwei Reedereien bedienen die Strecke zwischen Teneriffa und La Palma:
Aktuelle Abfahrtszeiten (Auswahl):
- Fred Olsen Express: 06:30 Uhr und 17:00 Uhr ab Los Cristianos
- Naviera Armas: 07:00 Uhr ab Los Cristianos
Die Rückfahrt von La Palma nach Teneriffa ist ebenfalls mehrmals täglich möglich, beispielsweise um 08:30 Uhr und 19:00 Uhr .
Preise und Buchung:
Die Preise für eine einfache Fährüberfahrt variieren je nach Saison und Reederei. Für Passagiere ohne Fahrzeug liegen die Kosten in der Regel zwischen etwa 50 und 80 Euro pro Person. Bei Mitnahme eines Mietwagens kommen zusätzliche Gebühren hinzu . Eine frühzeitige Buchung wird empfohlen, besonders in der Hauptsaison.
Mit dem Flugzeug von Teneriffa nach La Palma
Für Reisende, die schneller ans Ziel kommen möchten oder empfindlich auf Seegang reagieren, ist das Flugzeug eine gute Alternative.
Fluggesellschaften:
Zwei Fluggesellschaften bedienen die Strecke zwischen Teneriffa und La Palma:
| Fluggesellschaft | IATA-Code | Besonderheit |
|---|---|---|
| Binter Canarias | NT | Größte innerkanarische Fluggesellschaft, sehr hohe Taktfrequenz |
| Canaryfly | PM | Regionale Airline mit Hauptsitz auf Gran Canaria, ebenfalls mehrmals täglich |
Flughäfen:
- Start: Teneriffa Nord – Los Rodeos (TFN). Dieser Flughafen liegt im Nordosten der Insel nahe der Stadt La Laguna.
- Ziel: Flughafen La Palma (SPC), auch bekannt als Santa Cruz de La Palma Airport. Er liegt etwa 9 Kilometer von der Hauptstadt entfernt.
Flugdauer:
Der Flug von Teneriffa nach La Palma dauert etwa 30 Minuten .
Flugfrequenz:
Beide Airlines bieten täglich mehrere Verbindungen an. Insgesamt verkehren wöchentlich etwa 137 Flüge zwischen den beiden Inseln . Canaryfly fliegt die Strecke mehrmals täglich, darunter beispielsweise:
| Flug | Abflug TFN | Ankunft SPC | Tage |
|---|---|---|---|
| PM412 | 07:45 | 08:15 | täglich |
| PM418 | 09:45 | 10:15 | täglich |
| PM455 | 18:00 | 18:30 | variabel |
| PM468 | 20:15 | 20:45 | täglich |
Besonderheiten:
- Binter Canarias bietet als größte innerkanarische Airline die höchste Taktfrequenz und kooperiert mit Iberia (Codeshare) .
- Canaryfly setzt wie Binter auf moderne ATR 72-Turboprop-Flugzeuge, die speziell für Kurzstrecken optimiert sind . Die Freigepäckmenge beträgt 20 kg .
- Beide Airlines bieten Codeshare-Abkommen mit anderen Fluggesellschaften. Canaryfly-Flüge werden beispielsweise auch unter den Flugnummern von Air Europa (UX) verkauft .
Flugdauer:
Der Flug von Teneriffa nach La Palma dauert etwa 30 Minuten .
Fazit: Welche Option passt zu Soloreisenden?
- Für flexible Individualisten: Die Fähre von Los Cristianos bietet eine entspannte Überfahrt mit Meerblick und der Möglichkeit, das eigene Fahrzeug mitzunehmen. Die Fahrt dauert 2,5 Stunden – genug Zeit, um an Deck zu sitzen und sich auf die Ankunft auf der „Isla Bonita“ einzustimmen.
- Für Zeitbewusste: Der Flug mit Binter Canarias bringt Reisende in nur 30 Minuten von Teneriffa Nord nach La Palma – ideal für alle, die schnell in die Natur eintauchen möchten.
Beide Optionen sind zuverlässig und gut organisiert, sodass die Weiterreise von Teneriffa nach La Palma problemlos gelingt.
Weitere Informationen: https://visitlapalma.es/de/

